Hochbehälter Waldering im Wasserwerk Rosenheim

Brunnen & Hochbehälter

Wasserinfrastruktur in Rosenheim

Von den Brunnen fließt das Trinkwasser durch Rohrleitungen zu unseren Hochbehältern. Sie dienen als Puffer, mit denen wir Schwankungen bei der Nachfrage ausgleichen. Wenn etwa in der Halbzeitpause eines wichtigen Fußballspiels plötzlich gleichzeitig tausende Toilettenspülungen betätigt werden, stellen die Hochbehälter sicher, dass jederzeit genug Wasser zur Verfügung steht. Die Stadtwerke Rosenheim unterhalten bei Stephanskirchen drei solcher Speicher:

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Ein großer Speicher mit einem Volumen von 10.000 m­³ in Kreut sowie zwei kleinere Speicher in Waldering.
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Insgesamt fassen unsere Hochbehälter 12.820 m­³ Wasser.

Die Geschichte der Wasserversorgung

Rosenheim könnte heute wohl kaum auf eine so reiche Geschichte zurückblicken, wenn die jeweiligen Herrscher nicht genau verstanden hätten, dass reines Trinkwasser Voraussetzung für das Wachsen und Gedeihen der Stadt ist. Dabei fällt auf: Egal, wer in Rosenheim das Sagen hatte – die Wasserversorgung wurde immer als öffentliche und gemeinschaftliche Aufgabe verstanden!

Zurück ins Jahr 1537

Hundert Jahre später wurden die ersten Bürgerhäuser an dieses Leitungssystem angeschlossen – das Wasser floss fortan direkt in die Haushalte. Weniger betuchte Bewohner holten sich ihr Trinkwasser gratis aus den öffentlichen Brunnen. Das Netz wurde in der Folgezeit stetig erweitert. Im 19. Jahrhundert übernahm der Rosenheimer Magistrat die Verantwortung für die Wasserversorgung. Die Stadtväter verabschiedeten 1862 eine sogenannte Brunnwasserverordnung, um die hohe Qualität des Wassers zu sichern.

Aufbruch im 19. Jahrhundert

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wuchs die Zahl der Einwohner Rosenheims kräftig an. Der Magistrat beschloss deshalb, die Quelle am Schlossberg stärker zu nutzen, und ließ eine eiserne Wasserleitung in die Stadt bauen. Doch dies reichte nicht aus, um den stetig steigenden Wasserbedarf zu stillen. Deshalb entschied der Magistrat 1898, das Quellgebiet Neumühle-Eichbichl zu kaufen und dort ein Wasserwerk einzurichten. Diese Anlage war bis 1971 in Betrieb. Mit einer Förderleistung von 68 Litern pro Sekunde versorgte sie weite Teile des Stadtgebiets. Zudem ließen die Stadtväter in Waldering bei Stephanskirchen einen Hochbehälter bauen, dem 1934 ein zweiter folgte. Die beiden bis heute genutzten Speicher haben die Aufgabe, Schwankungen bei der Nachfrage auszugleichen.

20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert setzte sich das rasante Wachstum Rosenheims fort. Die Stadtväter machten sich deshalb auf die Suche nach neuen Quellen – und wurden bei Willing im Unteren Mangfalltal fündig. Dort gibt es große Vorkommen naturreinen Grundwassers, das für die Versorgung von Rosenheim ideal geeignet ist. Eine erste Probebohrung fand 1933 statt. Doch mit dem zweiten Weltkrieg wurde das Projekt unterbrochen. Fünf Jahre nach Kriegsende ging schließlich der erste Brunnen in Willing in Betrieb, zwei Jahre später ein zweiter. Im Jahr 1965 beschloss der Rosenheimer Stadtrat, die Anlage um zwei weitere Brunnen zu erweitern und zudem in Kreut einen dritten, deutlich größeren Hochbehälter zu errichten. Zugleich wurde die Kapazität der Leitung zwischen den Brunnen und den Hochbehältern erweitert.

1978 Gebietsreform

Im Zuge der Gebietsreform ging 1978 die Grundwasser-Gewinnungsanlage Ellmosen bei Bad Aibling in den Besitz der Stadtwerke Rosenheim über. Sie liefert heute etwa zehn Prozent des Rosenheimer Trinkwassers.

Mit hohen Investitionen haben die Stadtwerke Rosenheim in den letzten drei Jahrzehnten dafür gesorgt, dass die Versorgung der Stadt mit reinem Trinkwasser auch langfristig gewährleistet bleibt. Mit der Errichtung eines Labors und der Sanierung der Hochbehälter und Rohrleitungen, sowie Erweiterung der Anlagen sichern wir die Qualität der Trinkwasserversorgung. 2011 haben wir alle Willinger Brunnen mit einer UV-Anlage ausgerüstet. Sie soll verhindern, dass das Trinkwasser – etwa bei Starkregen – mikrobiologisch verunreinigt wird.